Roadtrip Cuba – Teil 7

Cayo Santa Maria – Was ein Pech
   
Nach der Fahrt über Stock und Stein war ein kurzer Zwischenstopp in Remedios eingeplant, allerdings waren wir nach der langen Fahrt, und der doch recht langweiligen Stadt, wenig angetan von einem Halt. Wir fuhren einmal durch die Stadt, schauten was es so gibt, und reisten weiter Richtung Cayo Santa Maria. Die Insel ist über eine 60km lange Straße quer übers Wasser zu erreichen. Was sich spektakulär anhört, war in echt doch ziemlich öde. Vielleicht lags an meiner Übermüdung, oder dem Hunger der mich seit dem ersten Tag in Trinidad immer begleitete. Auf jeden Fall war es für mich nicht so interessant wie gehofft. Neels Hotel war genau neben unserem, somit mussten wir keinen großen Umweg fahren. Wir waren voller Vorfreude auf das unbegrenzte Essen, dann die letzten Tage waren voller Entbehrung. (vor allem für Peggy als Vegetarierin)
 
Die erste Amtshandlung im Hotel war eine Tour durch die Anlage mit anschließendem Vesper. Diesmal ausladender mit Pizza und Hamburger. Die Sonne schien, das Meer rauschte nebenan…herrlich! Die letzten vier Tage sollten ganz im Zeichen der Erholung stehen. Baden, essen, schlafen.
 
DENKSTE! Am nächsten Tag fing es früh schon an zu regnen. Unbeirrt von der augenscheinlich kurzen Wetterkapriole gingen wir frühstücken. Nach dem opulentem Mahl klarte es etwas auf und wir beschlossen aufgrund der roten Fahne am Strand zum Pool zu gehen. Es wurde recht frisch, da der Himmel immer noch bedeckt war und ein starker Wind aufzog. Frierend krochen wir zurück ins Zimmer und schliefen den ganzen Tag. Im Hotel gab es mehrere Restaurants, zusätzlich zum Buffet. Asiatisch war der Plan. In durchweichten Flipflops saß ich unter einer viel zu kalten Klima und verschlang das ungewürzte Essen. Mein Körper zuckte vor Begeisterung. Oder durch den Frost. Man weiß es nicht. Laut Rezeption sollte das Wetter noch mehrere Tage anhalten. Frust.
k-PB150543     Beim Frühstück am nächsten Tag rief mich ein Mann an seinen Tisch, er war Ire und fragte mich was das da auf meinem T-Shirt ist (trage oft meine eigenen Shirts).
Indianer mit Axt im Genick. Nix besonderes, dann wurde er auf meine Buttons aufmerksam und wollte auch noch wissen warum ich eine Swastika trage. Letztendlich zog er mitten am Tisch sein Shirt hoch um mir sein riesiges Che Guevarra Tattoo zu zeigen. Hier rennen ein paar merkwürdige Typen rum…sehr nett, aber merkwürdig.
Das Wetter war nach wie vor beschissen, also packte ich die Kamera in eine Tüte und zog im strömenden Regen an den Strand. Dummerweise hab ich die Wellen unterschätzt und so entstand dieses Bild:
   
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Damit war erst mal Kamera trocknen angesagt. Zum Glück hatte ich noch die Olympus dabei. Ich konnte die Mädels noch zu einer kleinen Sturmtour am Strand entlang motivieren. So ein richtiger Genuss wars nicht…
   
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Wieder auf dem Zimmer kam irgendwann der Getränkedienst.
 
„You want some rum?“ „Germany J“Sein blick danach war sehr konfus. Er verließ das Zimmer wortlos.
 
Ich hatte blöderweise auf die Frage „Where are you come from“ geantwortet. Was nuschelt der auch so.
Also wieder schlafen.
Der nächste Tag war zum Glück etwas besser. Wir standen extra um 7 auf um uns an den Strand zu legen. Hätte ja sein können, dass um 11 schon wieder Wolken aufziehen.
Dem war zum Glück nicht so, und somit genossen wir zwölf knallige Sonnenstunden. Also ich nicht so, ich habe es geschafft mich am frühen Nachmittag in den Fuß zu schneiden.
Einem kleinem Mädchen fiel der Ball in den Pool, und cool wie ich bin wollte ich den Ball wieder raus fischen.
Ich stieß mich vom Beckenrand ab und blieb dabei wohl an einer Kante hängen. Ende vom Lied: Ich blutete den Poolbereich voll und konnte nicht mehr laufen.
Großes Kino. Ich verbrachte die restliche Zeit auf dem Balkon und humpelte zum Abendessen.
Vorher nutzten wir den einzigen Sonnenuntergang noch für ein letztes "Shooting" am Strand. Eigentlich war es mehr rumgeblödel 😀  
Abreise – Unser letzter Tag auf Kuba.
Es regnete mal wieder und wir standen unter einem Pavillon um das Ende abzuwarten.
Zu uns gesellte sich ein älteres asiatisches Ehepaar, und fragten woher wir kamen.
„Germany“ Sein Mund verzog sich und der sprach in gebrochenem Englisch“ „Hooooooo Germany, thats faaar“ Stellts euch einfach auf asiatisch-englisch vor. Es war zum Knuddeln!
„We’re from vancouver“ Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet 😀
Auf jeden fall waren sie sehr nett, und zogen von dannen als der Regen etwas nachgelassen hat.
Peggy und Nancy sind nach der Abmeldung noch schnell eine Pizza holen gegangen. An der Lobby Bar traf ich den netten Asiaten wieder. Er bat mich an seinen Tisch und fragte mich ob das meine zwei Frauen seien.
Er war verwundert dass ich meine Freundin daheim ließ und mit zwei Mädels im Urlaub war. Wir quasselten knapp eine Stunde lang über alle möglichen Themen, er war sehr an der deutschen Geschichte interessiert, denn als kleines Kind ist er aus Korea geflohen als der Krieg dort ausbrauch. Seitdem ist Korea ähnlich geteilt wie Deutschland noch vor 25 Jahren.
Er war sehr traurig über diesen Zustand. Sein reden erinnerte mich an die alten weisen Asiaten in den Spielfilmen. Immer wenn ich einen für ihn unklaren Fakt erläuterte, machte er ein klassisches „Hooooo“. Ich hab das mal hier vorgesprochen: Hoooo!
Leider habe ich es nicht geschafft ein Foto von ihm und seiner Frau zu machen. Das ärgert mich heute noch.
Nach fünf Stunden Rückfahrt zum Flughafen, drei Ehrenrunden weil wir den Autovermieter nicht fanden, saßen wir endlich im Flieger.
Die sitzen waren unglaublich unbequem, auf der A4 gabs noch eine Stunde Stau und daheim, als ich noch fix zu meinen Eltern wollte, sprang das Auto nicht mehr an. Ein toller Abschluss…
Naja, wie auch immer. Das wars. Finale!
Tschau Kakao und ein schönes Leben noch.
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