Roadtrip Cuba – Teil 6

„Adios Mückos!“ Mit diesem Satz verabschiedete ich mich aus Playa Larga, mit der leisen Hoffnung in Trinidad kein Miststück mehr sehen zu müssen. Welch fataler Irrtum. Denn die Biester gab es auch dort zuhauf.   Über Landstraßen ging es nach Cienfuegos und von dort nach Trinidad. Landschaftlich würde ich es fast mit Italien vergleichen. Nur ärmer.Was mir auffiel waren die extrem vielen Propaganda Plakate in dieser Region. Die habe ich sonst nirgends gesehen.   k-RTD_1158  
Unsere Casa lag in der Altstadt von Trinidad. Die ist normalerweise für Autos gesperrt. Als Touris durften wir trotzdem durchfahren. Das historische Kopfsteinpflaster war für unseren französischen Reisewagen schon ein gutes Training für die kommende Tour.
Die Casa lag im Hinterhof der Familie, man musste also immer durchs Wohnzimmer und die Küche. Das war etwas unpassend, vor allem wenn man spät abends noch unterwegs war. Und betrunken.
Das Zimmer an sich war ganz ordentlich.
Während ich mein Mittagsschläfchen hielt, erkundeten Peggy und Nancy schon mal die nähere Umgebung und fanden zumindest Wlan.
   
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„19:00 – Plaza Mayor“
Das war der Termin, den Martin und Elli mit uns ausgemacht haben. Vier Wochen vorher. In Deutschland.
Und tatsächlich: Wir fanden uns recht schnell.
 
Martin ging mit mir zur Schule. Er saß eine Bankreihe vor mir und musste meine Kommentare ertragen. Meist lachte er laut, und kassierte prompt die Ermahnung der Lehrer.
Sorry Martin, viele Einträge im Hausaufgabenheft gingen auf meine Kappe!
Seine Freundin Elli kennt er nun schon eine halbe Ewigkeit. Beide hatten ebenfalls die Idee, eine Rundreise durch Kuba zu planen. Im gleichen Zeitraum wie wir.
Zufälle gibt’s!
 
Unsere Tour überschnitt sich in Trinidad. Ein kleines Sit-In auf der anderen Seite der Welt hat sich also angeboten.
 
Jeder berichtete von seinen bisherigen Erlebnissen und wir ließen uns von der Straße wegfangen. In ein Restaurant. Das war aber ganz passabel, also fühlten wir uns auch nicht angeschissen.
Danach war klar: Wir wollen zum Internet Platz! Auf dem Weg dorthin haben Martin und ich noch viel zu viel Geld für eine Flasche billigen Rum und eine Dose Fanta bezahlt.
Egal, Zigarre rauchend, Rum saufend…so saßen wir im Park. Neben uns ließ sich ein Penner nieder, der uns nur den Rum wegsaufen wollte. In meiner alkoholisierten Traumwelt schenkte ich ihm auch immer wieder ein.
 
Nebenbei machten unsere Mädels eine Reittour zu einem Wasserfall klar. So ganz mitgeschnitten hatte ich das in dem Moment gar nicht. Zum Glück hab ich noch geistesgegenwärtig reagiert und gesagt dass ich eine Kutsche demandiere.
 
Betrunken ging ich zu Bett und freute mich auf das Frühstück.
 
Der Morgen war eigentlich ganz passabel, wenn man bedenkt was Martin und ich für Rotz gesoffen haben.
Das Frühstück (und alle folgenden) war erbärmlich. Rührei aus zwei Eiern und eine Scheibe Weißbrot. Wow.
Eigentlich hatten wir eine Rikscha Tour durch Trinidad geplant. Aber so richtig drauf freuen konnte ich mich mit leerem Magen nun nicht.
Martin und Elli haben spontan ebenfalls teilgenommen, und so sausten wir durch die Armut. Dokumentiert in den Fotos weiter unten.
Am Ende musste ich eher verabschieden und erst mal hinlegen. Mein Darm rebellierte und ich fühlte mich abgeschlagen. Das karge Frühstück hat dem allgemeinen Nährstoffmangel noch Vorschub gegeben.
Da wir am Ende des Tages ja noch eine Reittour machen wollten, schlief ich lieber erst mal eine paar Stunden.
 
 
Die Reittour fand für mich zum Glück nur auf dem Sitz einer Kutsche statt. Anders hätte ich das wohl nicht überlebt 😀
Martin hatte ordentlich Probleme auf dem Pferd, er tat mir ein bisschen leid.
 
 
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Nach knapp einer Stunde erreichten wir den menschenleeren Wasserfall. Frisches Wasser, keine Mücken und Ruhe. Perfekt.
Luiz  (unser Guide) schrottete noch unsere Kutsche, somit durften wir den ganzen Rückweg in einer Zwangshaltung auf halb acht fahren. Aber lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen.
 
 
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Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr wo wir an dem Abend essen waren, oder was wir überhaupt gemacht haben.
Sorry! Unser letzter gemeinsamer Tag sollte für eine Bergwanderung genutzt werden.
Okay, wandern in der Karibik. Grenzwertig. Unsere Fahrt führte uns über abenteuerliche Straßen, die durch die Hitze teilweise stark deformiert waren. Elli fand das sehr aufregend. ( 😉 )
 
Auto abgestellt – 500m steil Bergab gelatscht – im Dschungel angekommen. Cool! Wir wollten gerade auf den Wanderweg durchstarten, da rief einer von hinten.
„ehhh“
„You have to pay“
Die wollten tatsächliche 9 cuc Eintritt für einen WANDERWEG. Das ist so, als würde jemand im Elbsandsteingebirge 100€ Eintritt an den Schwedenlöchern nehmen.
 
Ich war mächtig angefressen und wollte keinen Eintritt zahlen.
Das hat für einigen Unmut in der Gruppe gesorgt, denn man war ja immerhin extra bis ins Gebirge gefahren, und müsste sonst die 500m umsonst wieder nach oben wackeln. Einen Alternativweg haben wir trotz intensiver Suche nicht gefunden, also gings wieder bergauf. Zwei stark transpirierende Holländer konnten uns immerhin trösten: Der Wanderweg bestand aus 2h steil bergab – und 3h steil bergauf. Da hatte auch keiner so richtig Bock drauf.
 
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Wir huschten fix an den Strand und ließen den Tag ausklingen. Auf dem Rückweg begossen wir noch eine Kubanerin am Straßenrand mit ordentlich Pfützenwasser. Sorry, Martin ist gefahren!
 
 
 
 
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Die Mädels wackelten abends in die Disco, Martin und ich kippten Billigrum in unseren Schädel. Dabei trafen wir noch einen ebenfalls betrunkenen Briten Namens Niel. Er wollte auch nach Cayo Santa Maria fahren, und ich bot ihm an bei uns einzusteigen. Betrunken halb eins irgendwo in Trinidad. Auch hier waren meine Damen nicht so begeistert 😀 Wir fanden noch ein paar Straßensänger, denen sich Martin klatschend anschloss. Ich lag irgendwo daneben.  
Niel war pünktlich am Treffpunkt. Ein kleiner (bisschen vertrottelter) Mann Anfang 30 mit Jesuslatschen. Käseweiß trotz 3 Wochen Kuba.
Den musste man einfach mitnehmen.
Niel sollte seine Entscheidung noch bereuen.
 
 
Mir ging es aufgrund des Saufgelage noch ziemlich bescheiden, und als wir dann im Gebirge – auf der EINZIGEN LANDSTRASSE IM UMKREIS VON 100km –vor einem Feldweg standen, wars vorbei. 30km über Feldwege, die sogar russische Maisbauern meiden würden. Wohlgemerkt mit einem Renault Fluence.
Für die 15km brauchten wir fast 1,5h. Peggy hat das souverän gemeistert. Aber mir war vom Geschaukel im französischen Lustmobil kotzübel. Niel war auch kreidebleich.
Drei Kreuze nachdem das Überstanden war.
 
 
 
Tschau Kakao, bald geht’s weiter.
 
 
 
 
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2 Gedanken zu „Roadtrip Cuba – Teil 6&8220;

  1. Ja! Genauso ist Kuba! Land bereisenswert, Leute noch authentisch, einfach und glücklich! War 2014 dort! Aber Abzocke und Billigrum? Was hast’n da gekauft? Deine Fotos sind toll!

    1. Naja, spricht man kein spanisch ist man leichte Beute für den Kubaner 😉
      Das sind alles unglaublich freundliche Menschen, aber wenn sie irgendwo die Chance sehen einen schnellen cuc zu machen, dann sind sie dabei. Kann ich ihnen nichtmal übel nehmen.

      Wir haben Rum gekauft, der wohl sehr mindere qualität ist. Das bestätigte uns jedenfalls am nächsten Tag unser Guide. Der wollte nämlich keinen Schluck 😀
      Danke für dein Lob 🙂

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